Hier entsteht eine neue Seite.
(aus gegebenen Anlass möchte ich betonen: ich distanziere mich bewusst von jeglichem esoterischen Gedankengut ;-))

Vorabveröffentlichung:

Bin ich es wert...?

Gehören Sie auch zu den Menschen, die sich gerne mit anderen vergleichen und dabei irgendwie immer schlechter abschneiden als die anderen? Es ist doch merkwürdig, dass wir dazu neigen, uns ständig mit anderen zu vergleichen, und zwar immer mit denen, die es besser haben, als wir, die ein teureres Auto fahren, ein größeres Haus haben, deren Kinder irgendwie besser erzogen sind, die beruflich die interessantere Karriere hingelegt haben, und so weiter. Wir schneiden dabei grundsätzlich schlechter ab, als die anderen. Und fühlen uns dann entsprechend klein, minderwertig und unbedeutend.

Und dann kommen auch noch genau diese "anderen", und drücken uns nochmal ordentlich eins rein. Egal, ob dies mit Worten oder rein durch deren Verhalten geschieht, ob das im beruflichen oder privaten, vielleicht sogar familären Umfeld passiert: sie geben uns deutlich zu verstehen, dass wir eben genau so sind, wie wir uns fühlen: klein, minderwertig und unbedeutend.

Aber sind wir das wirklich? Oder gehen wir hier einer Lüge auf den Leim?



Von Geldscheinen lernen

Vor ein paar Tagen habe ich eine wirklich interessante Geschichte gelesen, die in etwa so ging:
Ein Mann hat einen 5-Euro-Schein und möchte diesen verschenken. Er bietet diesen Geldschein jemanden an und fragt "Möchtest du diesen Geldschein haben, ich schenke ihn dir?". Der andere ist ein wenig verwundert, aber klar möchte er dieses Geschenk annehmen. "Gut", sagt der Mann, "warte noch kurz." Dann nimmt er den Schein und zerknüllt ihn. Erneut stellt er seine Frage: "Möchtest du den Geldschein immer noch haben?". Natürlich möchte der andere auch den zerknüllten Geldschein noch haben. Wieder sagt der Mann: "Warte noch kurz." Diesmal legt er den Schein auf den Boden und trampelt ordentlich darauf herum. Und erneut stellt er dem anderen die Frage: "Möchtest du den 5-Euro-Schein immer noch haben?" Der andere Mann zögert kurz, überlegt und antwortet dann: "Natürlich will ich den Schein noch haben. Es sind doch immer noch 5,- Euro."
Wie man von 5 Euro lernen kann, wenn...
So könnte man die Geschichte nun weiterspinnen. Fakt ist, egal was mit dem Geldschein passiert: der Wert dieses Geldscheins ändert sich dadurch nicht. Und warum ändert sich dieser Wert nicht? Weil bei seiner Herstellung die europäische Zentralbank festgelegt hat: dieses Stück Papier ist 5,- Euro wert.

Und wie ist das bei uns Menschen? Auch wir haben unseren Wert, unsere Würde!

Für die etwas Religiöseren unter Ihnen will ich es so formulieren: Als Gott, der Vater und Schöpfer allen Lebens, Sie gemacht hat, hat er liebevoll ein Stück von sich in Sie hineingelegt und Ihnen somit Ihren Wert verliehen...genauso wie übrigens auch ihren Mitmenschen. Und alle Menschen sind genau gleich viel wert. Sie sind genauso viel wert, wie alle anderen auch.
Für die etwas weniger Religlösen, die mit solchen Gedanken nur wenig anfangen können, gilt es aber dennoch: Sie sind etwas wert, genau wie alle anderen auch. Dies wird sogar in unserem Deutschen Grundgesetz festgelegt. In Art. 1 des Grundgesetztes heißt es daher als allererstes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." (gut, abgesehen davon, dass es wahrscheinlich ständig irgendwelche Menschen in Ihrem Umfeld gibt, die natürlich versuchen werden, ihre Würde anzutasten und sie schlecht, also "unwürdig" zu behandeln, wird hier ganz klar davon ausgegangen, dass es eine Menschenwürde gibt, sprich: dass jeder Mensch seinen Wert hat und damit wertvoll ist. Und das soll sogar rechtlich geschützt werden.)


Der Vergleich hinkt

Spätestens hier dürfte Ihnen jedoch aufgefallen sein, dass der Vergleich mit den Geldscheinen ein wenig hinkt: Während die Europäische Zentralbank durchaus Scheine mit unterschiedlichem Wert druckt, also 5-Euro-Scheine, 10-Euro-Scheine, 20-Euro-Scheine, usw., ist das bei uns Menschen anders: wir sind tatsächlich alle gleich viel wert. Völlig egal, welches Geschlecht wir haben, welcher Rasse wir angehören, ob wir krank oder gesund sind, ob wir viel leisten, oder eher wenig, es heißt: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und da steht nichts davon, dass der eine Mensch würdevoller, also wertvoller sei, als ein anderer.

Nur in unseren Köpfen bestehen diese Unterschiede: der hat mehr Geld, der hat mehr Macht und Einfluss, der ist berühmter als ich - also muss er mehr wert sein. Das ist ein Trugschluss. Sie sind exakt genauso viel wert, wie Ihr Nachbar, wie der Fußballstar in Ihrem Lieblingsverein, wie die Queen von England und auch wie der Bettler an der Ecke. Alle Menschen sind exakt gleich viel wert und sie sind es auch wert so behandelt zu werden.

Nun kann es ja sein, dass man Sie so erzogen hat, dass sie immer schön rücksichtsvoll sein sollen, den anderen den Vortritt lassen sollen, sich selbst zurücknehmen sollen, usw. (natürlich kann auch das genaue Gegenteil der Fall sein: vielleicht hat man Ihnen beigebracht für Ihr Recht einzutreten, sich im Leben zu behaupten, notfalls auch die Ellenbogen einzusetzen, um vorwärts zu kommen,...). Das ist ja alles durchaus sinnvoll, nur: Was ist dabei passiert? Sie haben übersehen, dass Sie und "die anderen" genau gleich viel wert sind. Und das beeinflusst Ihr Verhalten...sich selbst gegenüber und gegenüber Ihren Mitmenschen. Kennen Sie den Spruch: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst? Ganz viele Menschen lesen diesen Spruch nur halb: sie lesen entweder "Liebe deinen Nächsten", oder sie lesen "Liebe dich selbst". Und genau so verhalten sie sich auch.

Aber, wenn alle Menschen exakt gleich viel wert sind, dann sollte ich doch auch alle Menschen exakt gleich behandeln. Das heißt, wenn ich ständig nur mich selbst im Blick habe, und total egoistisch meinen Mitmenschen gegenüber bin, wird das früher oder später Konsequenzen für mich haben. Umgekehrt gilt das Selbe: wenn ich ständig meine eigenen Bedürfnisse hintenanstelle, um die Bedürfnisse meiner Mitmenschen zu berücksichtigen, dann hat das genauso Konsequenzen. Und wie können diese aussehen? Vielleicht geraten Sie an genau solche "Ellenbogen-Typen" und die nutzen Ihre Gutmütigkeit erst mal ordentlich aus. Vielleicht "trampeln" diese Menschen auch auf Ihnen herum oder sie unterdrücken Sie? Vielleicht schaffen sie es sogar, dass sie ständig das Gefühl haben, sich beweisen zu müssen? Jedenfalls fühlen Sie sich in deren Gegenwart irgendwie klein und minderwertig und unbedeutend...obwohl sie das gar nicht sind!

Fühlen Sie sich, wie der Geldschein, der zerknüllt ist? Der im Schmutz liegt und auf dem herumgetrampelt wird? Erinnern Sie sich? Das ändert nichts daran, dass Sie wertvoll sind!

Und wie behandelt man etwas Wertvolles? Mit Respekt, mit Anerkennung, vielleicht sogar mit Liebe? Ich wünsche Ihnen Menschen in Ihrem Umfeld, die ihren Wert erkennen und zu schätzen wissen. Stellen Sie sich vor, Sie sind dieser Geldschein, der zerknüllt ist, auf dem herumgetrampelt wurde, der vielleicht sogar in einer Pfütze aus Dreck und Schlamm liegt. Ich wünsche Ihnen Menschen, die diesen Geldschein aufheben, säubern, trocknen und sich darüber freuen etwas so Wertvolles gefunden zu haben (vielleicht gönnt sich der Finder davon einen leckeren Eisbecher und genießt ihn in der Sonne - sind ja immerhin 5,- ;-) ). Natürlich kann es auch passieren, dass ein Reicher des Weges kommt, den Geldschein am Boden im Dreck liegen sieht und sich noch nicht mal danach bückt. Er denkt sich vielleicht: "Sind ja nur 5,- EUR, was will ich denn damit schon groß anfangen." Auch solche Menschen gibt es, sogar häufiger als man denkt. Kann es sein, dass es davon auch einige Menschen in ihrem Umfeld gibt? Menschen, die Sie nicht zu schätzen wissen? Und, die Sie das auch spüren lassen? Die Sie vielleicht ausnutzen? Vielleicht benutzen Sie Sie, um selbst im Leben vorwärts zu kommen? Vielleicht "benutzen" sie Sie, um sich selbst größer zu fühlen? Sie halten Sie klein, unterdrücken Sie vielleicht sogar? Geben Ihnen immer wieder zu verstehen, dass Sie es eben nicht wert sind? Vielleicht geht das sogar so weit, dass Sie gemobbt werden? Wenn das so ist, kann ich Ihnen nur sagen: diese Menschen "lügen"! Lassen Sie sich nicht so behandeln! Hören Sie auf, diese Lügen zu glauben und steigen Sie aus dieser Abwärtsspirale aus.

Wie funktioniert diese Abwärtsspirale? Nun: Sie haben mit Menschen zu tun, die sich offensichtlich so verhalten, dass Sie sich minderwertig vorkommen. Dies geht an Ihnen nicht spurlos vorbei, es wird seine Spuren zumindest in Ihrem Unterbewusstsein hinterlassen. Und je näher Ihnen diese Menschen stehen, desto größer werden diese Spuren, diese Verletzungen, sein. Besonders schlimm ist es also, wenn diese Verletzungen sogar in der eigenen Familie passieren. Der Mechanismus dabei ist immer der Selbe: Sie werden schlecht behandelt, Sie fühlen sich minderwertig, Sie verhalten sich entsprechend, sie werden weiterhin schlecht behandelt, und so weiter. Zunächst merken Sie das vielleicht gar nicht unbedingt. Vielleicht fällt Ihnen irgendwann auf, dass Sie schlechtere Laune haben. Vielleicht haben Sie weniger Lust auf gewisse Dinge, manche Arbeiten gehen Ihnen nicht mehr so leicht von der Hand. Man könnte sagen: etwas raubt Ihnen irgendwie die Energie. Vielleicht sind sie auch häufiger genervt oder sie fühlen sich unter Druck, werden unsicher ... und das zeigt sich irgendwann auch in Ihrem Verhalten. Wahrscheinlich versuchen Sie das zunächst zu kompensieren. Sie versuchen besonders freundlich zu sein, oder im Job vielleicht besonders fleißig. Dennoch wird Ihnen irgendwann etwas passieren, was die anderen dazu veranlasst, Ihnen erneut zu zeigen, dass ... Sie es eben doch nicht können, ... Sie eben doch nichts wert sind, ... Sie zu dumm sind, oder, oder, oder. Diese "Lügen" können vielfältig sein. Aber kein Mensch ist perfekt, jedem passieren Fehler und vor allem passieren die umso häufiger, je mehr sich der Druck erhöht, man sich unter Beobachtung fühlt, bzw. die Unsicherheit steigt. Schon sind Sie angreifbar und werden natürlich auch angegriffen. Man behandelt Sie entsprechend, dies wiederum wirkt sich auf Ihre Gedanken aus, diese beeinflussen Ihre Gefühle, das zeigt sich in Ihrem Verhalten und schon ist die Abwärtsspirale perfekt. Eine Abwärtsspirale, die aus sämtlichen "sich-selbst-erfüllenden-Prophezeiungen" besteht, also aus Befürchtungen, die deshalb eintreten, weil sie sich entsprechend verhalten.
Spirale abwärts

Pflanzen und ihre Gärtner

Man hat es geschafft Ihnen eine "giftige Pflanze" ins Unterbewusstsein einzupflanzen und diese Pflanze versorgt Sie mit Lügen. Kennen Sie das? Ist Ihnen so etwas auch schon passiert? Haben Sie auch so ein Unkraut in Ihrem Unterbewusstsein? Dann steigen Sie aus der Abwärtsspirale aus! Reißen Sie das giftige Unkraut aus! Enttarnen Sie das Gift der Pflanze, die Lügen, und entgiften Sie Ihr Leben. Wer war der "Gärtner", wer hat Ihnen diese Lügen eingepflanzt? Entlarven Sie Ihren "Gärtner" und, wenn nötig, distanzieren Sie sich von Ihm. Enttarnen Sie die Lügen als solche und hören Sie auf diesen zu glauben. Verabreichen Sie sich anschließend ein "Gegengift". Und was ist das Gegenstück zur Lüge? Richtig: die Wahrheit.

Aber zunächst soll es noch ein wenig um die Lügen gehen: Wie lauten die giftigen Lügen in Ihrer Seele? Eine solche Lüge könnte der Satz sein: "Du bist nichts wert." oder "Du kannst das nicht." Gibt es Menschen in Ihrer Umgebung, die Ihnen etwas nicht zutrauen und Ihnen das immer wieder mitteilen? Meist geschieht das ja eher ohne Worte. Oder vielleicht herrscht ja sogar eine Grundstimmung in Ihrer Umgebung, die ihnen vermittelt, dass sie unfähig sind? Und Sie wollen es trotz allem Ihren Mitmenschen beweisen, Sie arbeiten härter als alle anderen, legen den Maßstab bei sich selbst höher als bei allen anderen und... schaffen es vielleicht gerade deshalb tatsächlich nicht? Hören Sie auf damit! Sie müssen niemanden etwas beweisen. Enttarnen Sie das als Lüge. Die Wahrheit ist: Sie sind ein toller Mensch, der ganz viel schaffen kann und wird. (Natürlich lohnt es sich zu hinterfragen, ob Sie tatsächlich in einem Umfeld sind, in dem Sie Ihre Fähigkeiten nicht optimal einsetzen können. Dann wäre es sicher sinnvoll, sich ein Umfeld zu suchen, in dem Sie Ihre Fähigkeiten besser einsetzen können - Fakt ist jedoch: Sie haben Fähigkeiten und Sie haben auch die Möglichkeit sich weitere Fähigkeiten anzueignen.). Enttarnen Sie das Gift, die Lüge - und enttarnen Sie auch die Gärtner, die Ihnen diese Lügen eingepflanzt haben. Denn derartige Lügen bremsen Sie in Ihrem Leben und sind tatsächlich richtig schädlich. Das kann sogar so weit gehen, dass Sie krank werden, psychisch und körperlich.


Folgen mangelnder Anerkennung, Wertschätzung und Liebe

Was passiert, wenn wir uns dauerhaft in einem schädlichen Umfeld aufhalten, oder mit Menschen umgeben, die uns sozusagen "menschenunwürdig" behandeln, unterdrücken, kleinhalten, und wir eben nicht gefördert und auch nicht geachtet werden? Wenn wir im beruflichen Kontext zum Beispiel auch keine Anerkennung für unsere Leistung bekommen? Wie weit das gehen kann, zeigt uns die folgende, zugegeben etwas bizarre, Geschichte:

In der Geschichte der Menschheit hat es wohl immer mal wieder Bestrebungen gegeben die sog. "Ursprache des Menschen" ausfindig zu machen. Man wollte also herauszufinden, welche Sprache der Mensch von sich aus beginnen würde zu sprechen, wenn man ihn keine Sprache beibringt. So hatte dies u. a. Friedrich II (1212-1250) vor. Er ordnete daher an, man sollte die Neugeborenen isolieren. Die Ammen sollten die Babys lediglich körperlich versorgen, also ihnen Milch geben, sie waschen und baden, aber keiner sollte mit den Kindern sprechen, geschwiege denn ihnen Zuwendung zukommen lassen. Dies hat man getan, ...die Ursprache des Menschen hat man so jedoch nicht herausfinden können. Weshalb? Was war passiert? Die Neugeborenen sind nach und nach krank geworden und alle sind gestorben.

Eine tragische und, wie ich finde, äußerst schockierende Geschichte. Aber sie zeigt uns sehr deutlich, wie wichtig Zuwendung, Anerkennung und Liebe für uns Menschen ist: es ist elementar! Das Bedürfnis nach Anerkennung, Wertschätzung und Liebe ist für uns genauso elementar, wie das Bedürfnis nach Nahrung oder Schlaf. Entzieht man uns Menschen das auf Dauer, werden wir krank und entsprechend schwache Menschen (Säuglinge, alte Menschen,...) können scheinbar an diesem Mangel sogar sterben.

Warum schreibe ich das hier alles? Weil es so unendlich wichtig ist, dass wir Anerkennung und Liebe bekommen und weil dies immer mehr in Vergessenheit gerät... gerade in unserer heutigen Leistungsgesellschaft! Was zählen denn in der heutigen Gesellschaft schon Wertschätzung, Liebe und dergleichen? Was ist denn Anerkennung wert? Ich habe manchmal das Gefühl, das haben wir völlig vergessen! Dennoch ist und bleibt es etwas Elementares. Und wenn diese zwischenmenschliche Liebe fehlt, suchen wir Menschen uns oftmals Ersatzbefriedigungen. Manche flüchten sich in extreme Leistungsbereitschaft, beinahe eine Art Arbeitssucht, andere versuchen ihre Einsamkeit im Alkohol zu ertränken, wieder andere wenden sich den materiellen Gütern zu, oder flüchten in eine Scheinwelt ins Internet. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten dieses innere Bedürfnis nach Liebe zu füllen, die aber alle letztendlich doch nicht zum Ziel führen und scheitern.

Und wenn ich hier von Liebe spreche, dann meine ich nicht zu allererst die Liebe zwischen Mann und Frau (obwohl es auch viele Singles gibt, deren Bedürfnis nach eben dieser Liebe nicht gestillt wird und die darunter massiv leiden. Das kann auch seelisch und körperlich krank machen). Ich spreche hier von einer Art liebevollen Umfeld, einem Umfeld, das mir als Mensch etwas zutraut, dass mich fördert, dass mich akzeptiert, so wie ich bin... mit meinen Stärken und meinen Schwächen. Und nicht von einem Umfeld, dass nur darauf wartet, dass ich etwas falsch mache (wir sind schließlich alle nur Menschen, niemand ist perfekt! Jeder macht mal etwas falsch!), um danach über mich herzufallen... oder noch schlimmer: hinter meinem Rücken über mich herzuziehen und mir zu schaden.


Steigen Sie aus

Warum also lassen sich so viele Menschen immer wieder schlecht behandeln? Warum lassen Sie sich "menschenunwürdig" behandeln? Wo doch jeder von Ihnen ein wirklich wertvoller Mensch ist? Ich verrate Ihnen etwas: Sie sind es wert, dass man Sie gut behandelt, dass man Sie würdevoll und mit Respekt behandelt. Und ich gehe noch weiter: Sie sind es sogar wert, dass Sie sich selbst respektvoll behandeln. Sie sind es wert! Und Sie brauchen sich nicht schlecht behandeln zu lassen. Sie dürfen es einfordern, dass sie respektvoll, würdevoll, oder vielleicht sogar liebevoll behandelt werden.

Und wenn die "anderen" das nicht kapieren? Was machen Sie mit Ihren persönlichen "Gärtnern"? Nun, Sie haben natürlich die Möglichkeit, Ihre Mitmenschen darauf anzusprechen, Ihnen zu sagen, dass dieses Verhalten Ihnen gegenüber nicht in Ordnung ist und sie das kränkt. Manchmal ergeben sich daraus durchaus gute Gespräche und eine verhärtete Situation, die vielleicht sogar auf Grund von Missverständnissen entstanden ist, klärt sich auf und Sie können wieder respektvoll (evtl. sogar liebevoll?) miteinander umgehen. Von daher lohnt es sich durchaus, sich zu überwinden und diesen Weg auszuprobieren.

Oftmals ist es aber leider auch so, dass dieser Weg nicht möglich ist (denn nicht jeder Mensch benimmt sich so würdevoll, wie er eigentlich sein sollte). Dann ist es tatsächlich Ihr gutes Recht diesem Menschen, oder dieser Gruppe von Menschen, aus dem Weg zu gehen. Sie brauchen sich nicht ständigen Demütigungen auszusetzen. Sie brauchen es sich nicht gefallen lassen, schlecht behandelt zu werden. Seien Sie es sich wert und machen Sie sozusagen einen "würdevollen Abgang". Gehen Sie nicht gebückt, wie ein geprügelter Hund, und dem Gefühl "jetzt habt ihr mich klein gekriegt, ihr habt gewonnen, ich gehe". Entziehen Sie sich dem unwürdigen Verhalten des oder der anderen mit erhobenen Haupt und dem Gefühl "ich lasse mich nicht mehr belügen, ich habe etwas besseres verdient." Und die Wahrheit ist: Sie haben tatsächlich etwas Besseres verdient, sie sind es wert!
So steigen Sie aus
Suchen Sie sich ein Umfeld, in dem man Sie schätzt, Sie achtet. Suchen Sie sich Mitmenschen, die Ihren Wert erkennen und zu schätzen wissen. Lassen Sie sich liebevoll behandeln, lassen Sie sich lieben. Und so lernen Sie dann nach und nach sich selbst zu schätzen, zu achten und zu lieben. Und dann schaffen Sie es auch, diese Liebe an Ihre Mitmenschen weiterzugeben. Sie sind aus der Abwärtsspirale ausgestiegen und in eine Aufwärtsspirale eingetreten, die da lautet:

Sie werden sehen: wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Will heißen: wenn Sie zu sich selbst gut sind, sind auch die anderen gut zu Ihnen (aus dem ganz einfachen Grund, weil sie sich den Menschen, die Ihnen auf Dauer schaden, gar nicht mehr aussetzen). Und: Wenn Sie zu den anderen gut sind, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass diese Sie mies behandeln (und wenn doch: reden Sie mit Ihnen oder gehen Sie - Sie sind es sich wert!).
Spirale aufwärts

Unsere Fähigkeit zu lieben

Und warum können wir Menschen überhaupt lieben? Ganz einfach: weil wir zuerst geliebt wurden. Sie fragen sich, von wem? Für die etwas Religiöseren ist natürlich klar: zu allererst liebt uns Gott. Für die weniger Religiösen gibt es aber auch eine Antwort: Sie wurden zuerst geliebt,... denn Sie haben bis jetzt überlebt. Sie erinnern sich an das Experiment zur Erforschung der Ursprache des Menschen? Es muss in Ihrem Leben also irgendwann irgendwelche Menschen gegeben haben, die Sie geliebt haben. Meistens sind das die Eltern. Aber selbst, wenn Sie vielleicht nicht bei Ihren leiblichen Eltern aufgewachsen sein sollten, oder diese nicht so besonders liebevoll zu Ihnen waren, irgendeinen anderen Menschen gab es... und gibt es sicherlich auch noch heute, der Sie geliebt hat und noch liebt. Hatten Sie eine Tante, einen Onkel, ältere Geschwister, eine Erzieherin, tolle Nachbarn, eine Freundin, ... irgendjemanden gab oder gibt es mit Sicherheit. Und das gibt uns die Kraft uns selbst und unseren Nächsten zu lieben. Und wenn unser eigenes Bedürfnis nach Liebe und Anerkennung gestillt ist, fällt es uns umso leichter, dies auch an unsere Mitmenschen weiterzugeben. Denn auch diese Menschen sollen erfahren, dass sie wertvoll sind... genauso wertvoll wie Sie und ich.

Zum Abschluss nochmal etwas für die Religiöseren unter Ihnen - ein Wort aus der Bibel, welches ich sehr passend finde und welches nochmal verdeutlicht, wie wichtig die Liebe ist. Denn selbst, wenn wir versuchen uns noch so "richtig" und "gut" zu verhalten, wenn wir uns noch so abmühen und immer perfekter werden wollen: Alles Abmühen bringt nichts, alle Verhaltensweisen sind nur leere Hüllen, wenn dahinter nicht die Liebe steht, die Liebe zu sich selbst und unseren Mitmenschen:

"Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts." (1. Korinther 13, 1 - 3, Die Bibel)